Tagesspiegel Morgenlage

Der kanadische Ölsand-Komplex

Eine stürmische Kreuzfahrt zu einsamen Inseln.

Die Athabasca-Ölsande sind eine Ölsand­lagerstätte im Bezirk Wood Buffalo in der Provinz Alberta im Westen Kanadas. Namensgeber ist der Athabasca River, größte Stadt der Region ist Fort McMurray. Einheit, die kanadischen Gebirge, sind in geologisch unterschiedlichen Zeiten angefügt worden: die Appalachen im Südosten, die arktischen Inuitians und die Kordilleren im Westen. Die Innuitians und die Appalachen stammen aus dem Paläozoikum. Die Appalachen, von denen nur ein kleiner Teil in Kanada liegt, sind heute weitgehend abgetragenes Rumpfgebirge. Die Kordilleren im Westen sind.

Zusammensetzung

Doppelt so groß wie Bayern sind die Gebiete in Alberta, unter denen heute Ölsande liegen (siehe Grafik Seite 13o). Rund 80 Prozent der kanadischen Ölsande liegen zu tief, um sie im Tagebau.

Sie wurde seinerzeit als Reaktion auf die Instabilität des Ölmarktes gebaut. Politik und Wirtschaft sorgten für die Richtungsumkehr. Anders sieht es in der Nord-Süd-Richtung aus. Im kanadischen Teil der Leitung sollen Kilometer der bereits bestehenden Canadian Mainline-Gaspipeline auf Öltransport umgestellt werden. Ähnliche Entwicklungen sind auf dem Erdgassektor zu beobachten. Wo es indessen herkommen soll, ist unklar — Hyperion und TransCanada haben beiderseits erklärt, dass ihre Vorhaben nichts miteinander zu tun haben; vielmehr seien die Keystone-Kapazitäten zum Grossteil verplant.

Beobachter vermuten, dass Hyperion eine eigene Pipeline entlang der Keystone-Trasse plant. Mittlerweile zeigen auch die Chinesen Interesse am kanadischen Ölsand: Für wird erwartet, dass die Summe beider auf , Barrel täglich fällt. Ähnlich sieht es beim Erdgas aus, das eine Schlüsselstellung in der kanadischen Energieversorgung einnimmt.

Die schwindenden Vorräte an konventionellen Energieträgern lassen die ungebremsten Exporte in die Vereinigten Staaten fragwürdig erscheinen, doch noch werden die Konsequenzen einer explosionsartigen Ausweitung der Ölsand-Förderung auf die eigenen Energiereserven nicht öffentlich diskutiert. Kanada ist nun voll im nordamerikanischen Markt integriert.

Kanadisches Öl könnte zu schmutzig sein für die US-Regierung. Der im Dezember unterzeichnete Energy Independence and Security Act soll verhindern, dass US-Behörden Treibstoffe aus nichtkonventionellen Quellen nutzen, es sei denn, deren CO2-Emissionen bei der Gewinnung sind geringer oder vergleichbar mit denen aus konventionellem Öl. Die liegt derzeit bei Millionen Barrel. Ölsande und Ölschiefer — Reserven des globalen Ölmarktes?

Während das Projekt Northern Gateway möglicherweise ganz eingestellt wird, [28] wird sich Energy East um mindestens zwei Jahre verzögern, denn das geplante Exportterminal bei Cacouna am Sankt-Lorenz-Strom kann nicht gebaut werden, weil es sich zu nahe an einem Belugawal -Habitat befindet. So, wie beispielsweise die Förderung von Schiefergas mittels Fracking teurer ist als die Förderung von Erdgas aus konventionellen Lagerstätten, ist auch die Ölsandförderung teurer als die Förderung konventionellen Erdöls.

Die meisten Kosten fallen in der Bauphase mit der Errichtung der Ölsand-Aufbereitungs und -veredelungsanlagen an. Die reinen Produktionskosten sollen nur im Bereich von 10 bis 20 Dollar pro Barrel liegen.

Die Ölsandförderung gilt damit als weniger anfällig für fallende Ölpreise als die Förderung fossiler Kohlenwasserstoffe mittels Fracking. Aufgrund des erneuten Preiseinbruches im letzten Jahresviertel auf deutlich unter 70 US-Dollar wurde für eine Abnahme auf rund 46 Milliarden kanadische Dollar etwa 33 Milliarden Euro erwartet. Die Sparzwänge bei den Ölunternehmen führen nicht nur zu Stellenabbau in der Ölsandindustrie, sondern wirken sich auch unmittelbar negativ auf jene Wirtschaftszweige aus, die von der Ölsandindustrie abhängig sind, beispielsweise Anlagenbauer oder die Hersteller von Bergbau-Ausrüstung.

Beispielsweise hängt die Genehmigung von Pipeline-Projekten von Regierungsentscheidungen in den USA und Kanada ab, die wiederum von der öffentlichen Meinung beeinflusst sein können.

Die Ölsandförderung, in Alberta wie andernorts, geht unvermeidlich mit einer Reihe negativer Auswirkungen auf die Umwelt im Abbaugebiet einher. Dabei ist eine erhöhte Belastung dieser Sedimente mit toxischen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen PAK noch in bis zu 90 Kilometern Entfernung vom Hauptabbaugebiet festgestellt worden.

Der Zeitpunkt des teilweise drastischen Anstieges der PAK-Belastung um das bis zu fache fällt mit dem Beginn des Ölsandabbaus und -upgradings in den er Jahren zusammen. So hätten der Behörde für Indianische Angelegenheiten bis dahin keine vollständigen Anträge der Betreiberfirma Enbridge Energy und dem am Leech Lake ansässigen Chippewa -Stamm vorgelegen, um mit dem Genehmigungsverfahren für die indianischen Gebiete beginnen zu können, die vom Pipeline-Bau betroffen sind.

Damit reagierten sie auf eine entsprechende Initiative der Umweltorganisation Forest Ethics. Erst technologische Neuerungen und vor allem die knapper werdenden Erdölreserven und der damit steigende Ölpreis machen aus dem Ölsandabbau ein lukratives Geschäft.

Die gängige Methode, mit der aus den Ölsanden Erdöl gewonnen wird, erinnert an den hiesigen Braunkohlebergbau. Nachdem der Wald gerodet worden ist, tragen Bagger zunächst den Waldboden ab und heben dann die Ölsandschicht aus. Gigantische Lastwagen bringen den Sand zur Weiterverarbeitung. Er muss von Steinen befreit und zerkleinert werden. Mithilfe von Wasser und Lösungsmitteln wird das Bitumen vom Sand getrennt und später zu Rohöl veredelt, das dann wiederum zum Beispiel zu Benzin weiterverarbeitet werden kann.

Liegt der Ölsand für den Tagebau zu tief im Erdreich, wird ein Verfahren angewendet, bei dem zwei parallele Schächte in den Boden gebohrt werden. Unter Hochdruck wird Wasserdampf durch einen Schacht gepresst, der das Bitumen löst und durch den anderen Schacht nach oben pumpt.

Hierbei müssen zwar keine Wälder gerodet werden. Beim Ölsandabbau geht es um gewaltige Mengen, was man allein daran sieht, dass man zwei Tonnen Ölsand benötigt, um ein Barrel Öl zu gewinnen.

Geht es nach dem Willen der Erdölproduzenten, könnten es mindestens drei bis fünf Millionen Barrel pro Tag sein. Aus riesigen Flächen Nadelwald sind trostlose Mondlandschaften mit Giftteichen und Schwefelbergen geworden.

Inhaltsverzeichnis

Um weitere Vögel vom Landen abzuschrecken, hallen dumpfe Schüsse aus Propangaskanonen über die endlos wirkende Ebene. Dennoch machen die Pipeline-Gegner weiter mobil.

Closed On:

Zwar gibt es Verträge zwischen den Ureinwohnern und dem kanadischen Staat; diese räumen den First Nations Land- und Nutzungsrechte ein. Weiter stromabwärts, in Fort Chipewyan, einem alten Handelsposten am Lake Athabasca, vermuten die meist indianischen Einwohner seit geraumer Zeit einen Zusammenhang zwischen dem gehäuften Auftreten seltener Arten von Krebs in der Bevölkerung und der Ölsand-Förderung- und Aufbereitung.

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